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"Gott weiß Mittel und Wege"
(Mai 2001) Jahresbericht von Superintendent Dr. Wolf-Dietrich Köhler
vor dem Peiner Kirchenkreistag am 14.5.2001
Grundsätzliches/Aufgabenbestimmung
Öffentlichkeitsarbeit
Ökumene
Kirchenvorstände
Aus Regionen und Kirchengemeinden und von Personen
Ereignisse/Einrichtungen/Arbeit auf Kreisebene
Ausblick
Grundsätzliches/Aufgabenbestimmung
In § 39 (6) Kirchenkreisordnung (KKO) heißt es "Der Kirchenkreisvorstand (KKV) ist verpflichtet, dem Kirchenkreistag (KKT)
regelmäßig einen Rechenschaftsbericht über seine Tätigkeit zu erstatten". Der KKV ist so etwas wie die "Regierung", vertritt
den KKT, wenn dieser nicht tagt. Der KKV entscheidet - nach Votum des Finanz- oder Bauausschusses - über die Verteilung von
Ergänzungszuweisungen. Er erteilt - soweit er dafür zuständig ist - kirchenaufsichtliche Genehmigungen oder gibt seine
Stellungnahme dazu ab. Nach § 30 KKO führt der Superintendent den Vorsitz im KKV.
Nach § 56 (2), 7 KKO ist der Superintendent verpflichtet, jährlich dem Kirchenkreistag einen Tätigkeitsbericht vorzulegen.
Rechenschafts- und Tätigkeitsbericht sollen nun also heute erfolgen.
Grundsätzlich hat die Tätigkeit des Superintendenten, über die heute berichtet und Rechenschaft abgelegt werden soll, nach
Kirchenverfassung und KKO drei Schwerpunkte: Aufsicht, Förderung kirchlichen Lebens und Abwehr von Gefahren, Vertretung des
Kirchenkreises in der Öffentlichkeit.
Mit meinen Vertreter/inne/n, der alten und neuen Kirchenkreitagsvorsitzenden Frau Gudrun Steffen, dem Amtsleiter,
Herrn Georg Schiefelbein und dessen Stellvertreter, Herrn Reinhold Finke, gibt es wöchentliche Dienstbesprechungen,
in denen fast alle wichtigen Fragen und Probleme besprochen werden.
Auch darüber hinaus erlebe ich die Arbeit des Kirchenkreisamtes als qualifiziert und gemeindedienlich. Es ist eine große
Erleichterung für den Superintendenten, wenn Amt und Sekretariat funktionieren und entlasten. Beides ist in hohem Maße der
Fall - dafür allen Betroffenen und auch der Ephoralsekretärin Frau Ursula Keipke meinen herzlichen Dank!
Öffentlichkeitsarbeit
Fangen wir bei den Aufgaben des Superintendenten mit der Vertretung des Kirchenkreises in der Öffentlichkeit an. Manches
dazu ist in Person wahrzunehmen, und meine Vertreter helfen bereitwillig und qualifiziert mit, wenn terminliche Schwierigkeiten
Vertretung notwendig machen. Bei allem anderen helfen mir sehr engagiert Herr Burkhard Rothermund als Diakon für
Öffentlichkeits- und Projektarbeit und Herr Lothar Veit, der mit Pastor Norbert Paul zusammen Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
unserer Kirchenkreiskonferenz und unseres Kirchenkreises ist. Zu Herrn Veits hochqualifiziert und ehrenamtlich wahrgenommenen
Aufgaben gehört die zuerst maßgebliche Miterstellung und dann aktuelle Pflege unserer ökumenisch getragenen Internetseiten
www.kirche-peine.de; zudem stammt von ihm die Druckvorlage für unseren
Kirchenkreisprospekt, für den wir von vielen Seiten viel Lob bekommen.
Herr Rothermunds Aufgabe war auch der Tag der Niedersachsen an Pfingsten im letzten Jahr; unterstützt von einem
Planungsteam und vielen Ehrenamtlichen hat er hier vorzügliche Arbeit geleistet, die auch hier noch einmal Anerkennung
finden soll. Sehr gut finde ich auch den kirchenkreisweiten Terminkalender, der von ihm und Lothar Veit herausgegeben wird.
Ökumene
Zu seinen anderen Aufgabengebieten gehört ja die Mogilewarbeit und die Südafrikapartnerschaft; in beiden Bereichen
zusammengenommen werden Ausgaben für die Ferienaktion hier, für Partnerschaftsbesuche von und nach Südafrika und unser
Schulfondprojekt in Südafrika im Gesamtumfang von über 50.000 Mark durch Spenden finanziert. Vielen von Eltze bis Lengede
und Clauen wird der eine oder andere partnerschaftliche Kontakt mit Mogilew oder Borwa II noch in guter Erinnerung sein,
unter anderem bei einem dreiwöchigen Delegationsbesuch der Südafrikaner hier im vergangenen September, wo bei uns privat
der scheidende Superintendent Ismael Motswasele zusammen mit seiner Frau für drei Wochen zu Gast war. Im Februar hatten die
Vorsitzende unseres Partnerschaftskomitees, Frau Ursula Maurer, und ich Gelegenheit, an der Einführung des neuen Superintendenten,
Thomas Nchimane Diale, teilzunehmen. Vor allem der viereinhalbstündige Einführungsgottesdienst mit allein einstündigem
Kollektengang der über 1000 Gottesdienstteilnehmer und -teilnehmerinnen war sehr beeindruckend.
Nicht so sehr große Resonanz fand eine Podiumsdiskussion am Reformationstag zum Thema "Erneuerung der Kirche", bei
der - von Oberstudiendirektor Günter Hesse moderiert - Herr Reichel von der PAZ sowie für die Kirchen Dechant Sindermann,
Pastor Klaus Henze und ich auf dem Podium saßen.
Ökumenisch war auch das sehr viel besser gelungene Wagnis eines Neujahrsempfanges der Kirchen im Januar im Speehaus;
das freundliche und sehr geeignete Ambiente im Speehaus in Verbindung mit einem volksmissionarisch-griffigen Vortrag unseres
Altbischofs Dr. Horst Hirschler sorgten wie die Musik und Hintergrundmusik dafür, daß den zahlreich erschienenen Eingeladen
der Abend in guter Erinnerung bleiben dürfte.
Noch einmal Neuland wollen wir nächstes Jahr betreten mit einem Ökumenischen Frühlingsempfang am 20. März; dieser Frühlingsempfang
ist Bestandteil eines kreisweiten ökumenischen Monats mit dem naheliegenden Namen "Ökumenischer Kirchenmärz", in dem
wir Kirche ökumenisch präsentieren wollen vom Weltgebetstag über ökumenische Bibelwochen bis hin zum Ostersonntag, der den
Monat beschließt. Zum Auftakt dieses Monates wird unsere Landesbischöfin unseren Kirchenkreis einen Tag lang besuchen.
Nächste Planungssitzung, zu der Sie gerne kommen dürfen, ist am 22.5. um 18 Uhr im St.-Jakobi-Gemeindehaus.
Ökumene, das ist meine Erfahrung, geschieht nie abstrakt, sondern immer nur als Zusammenspiel von Personen. Gerade mit
dem Herrn Dechanten, Konrad Sindermann, und den anderen katholischen Kolleginnen und Kollegen machen wir die Erfahrung, daß
wir zwar verschiedene Kirchen, aber Kirchen eines und desselben Herren sind. Dies erweist sich in der weiter gemeinsam
getragenen, von mir organisierten und gut in Anspruch genommenen Notfallseelsorge im Landkreis auch im Zusammenwirken mit
Kolleginnen und Kollegen aus der Braunschweigischen Landeskirche.
Für mich eine gute und wichtige Erfahrung, die nicht zum Stand der römisch-katholischen offiziellen Verlautbarungen, wohl
aber zum Stand und Fortschreiten der ökumenischen Beziehungen in Peine passt, war meine Teilnahme an der Eucharistiefeier
in einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche Anfang März, in dem ich vorher die Predigt gehalten hatte.
Nach außen und nach innen merke ich immer wieder: Zusammenarbeit hat mit konkreten Menschen zu tun. Auch "der Kirchenkreis"
ist dabei kein abstraktes Gebilde, sondern das sind Menschen, die ehrenamtlich oder beruflich ihre Arbeit tun zum
Lobe Gottes und in seinem Dienst. Viele dieser Menschen sind im Berichtszeitraum neu oder wieder für eine ehrenamtliche
Leitungsaufgabe gewählt oder berufen worden: in die Kirchenvorstände, in den Kirchenkreistag, in den Kirchenkreisvorstand.
Kirchenvorstände
Für neugewählte Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gab es am 23. Juni ein gut besuchtes Halbtagsseminar, das
zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) durchgeführt wurde. Viele haben auch noch in sehr guter Erinnerung
den Kirchenvorstehertag am 14.10., an dem in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gemeindedienst in Person von Jens-Peter Kruse
die Hälfte aller Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher unseres Kirchenkreises teilnahm. Die meisten wissen
wahrscheinlich nicht, dass die Anregung zu diesem Tag und die Empfehlung von Herrn Kruse von unserer Synodalen, Frau Ingrid Buchheister,
kam. Sie hat die Arbeit im Kirchenkreis intensiv begleitet und gefördert in den Jahren ihrer Synodaltätigkeit - dafür ganz
herzlichen Dank. Sie haben sich entschlossen, für die Synode nicht mehr zu kandidieren und waren in diesem Entschluß nicht
umzustimmen. Nun - wahrscheinlich wird das nicht schlecht für unseren Kirchenkreis und die kirchengemeindliche Arbeit in
Mehrum und "umzu" sein: - es lag auf jeden Fall mit an Ihnen, Frau Buchheister, daß am 14.10. das halbe Amt für
Gemeindedienst und ein leibhaftiger Oberlandeskirchenrat aus Hannover anreisten als Referenten für die Gruppenarbeiten.
Die vielfach sehr kompetente Leitung der Gruppen wird vielen noch ebenso in Erinnerung sein wie das grundlegende Referat
unseres damals noch relativ neuen Landessuperintendenten Eckhard Gorka, unvergessen sicher auch das Anspiel zum Thema
"Kirchenvorstandssitzung".
Aus Regionen und Kirchengemeinden und von Personen
Zu den Menschen, die die kirchliche Arbeit mit viel Einsatz tragen, gehören auch unsere Hauptamtlichen. Hier war
einiges an Wechsel zu verzeichnen: Schon zum Sommer hatte die Kirchengemeinde Vöhrum einen Wechsel zu verkraften:
zum Schuljahrswechsel verließ Frau Pastorin Elisabeth Garner-Lischka Vöhrum, um die Pfarrstelle in Heemsen zu
übernehmen; am 3. Dezember konnten wir nach Abschluß des Ernennungsverfahrens Frau Friederike Springhorn einführen.
Zu Ende Oktober trat Jürgen Rump, bis dahin Pastor in Adenstedt, in den Ruhestand. Seine Kirchengemeinde wird seitdem
zusammen mit den Kirchengemeinden Bierbergen und Soßmar von Pastor Eberhard Sabrowski versehen; das bedeutet, dass
diese Kirchengemeinden sozusagen unter einem Pfarramt verlobt, aber noch nicht verheiratet sind. Ich bin froh und dankbar,
dass es uns auf diese Weise gelungen ist, Pastor Sabrowski in unserem Kirchenkreis eine ganze Stelle im Rahmen des
Stellenplanes zu bieten.
Die zuerst einmal vorläufige pfarramtliche Verbindung ist aus zweierlei Gründen möglicherweise wegweisend: zum einen bietet
diese Verbindung ausreichende Zukunftssicherheit, weil sie nach den derzeitigen Rahmenbedingungen auch den nächsten und
übernächsten Planungszeitraum überstehen kann; zum anderen wurde hier - von den betroffenen Kirchenvorständen angeschoben - eine
regionenübergreifende Lösung (Lahstedt/Lengede - Hohenhameln) versucht. Für alle drei Gemeinden war und ist dieser Versuch
mit großen Umstellungen verbunden: die einen, die längere Zeit keinen eigenen Pastor mehr hatten, haben nun wieder einen und
freuen sich, die anderen, die lange Zeit einen Pastor allein hatten, müssen nun den ihren mit zwei anderen Kirchengemeinden
teilen. Zur aktiven Begleitung dieses Versuchs gehörten für mich Besuche im Kirchenvorstand, aber auch die Teilnahme an und
zum Teil sogar Mitgestaltung von örtlichen oder gemeinsamen Veranstaltungen. Die freundliche Aufnahme am Sonntag vor einer
Woche beim Frühlingsfest mit Zeltgottesdienst in Bierbergen durch Bierbergener und Soßmarer Kirchenvorstands-, Chor- und
Gemeindemitglieder habe ich in ebenso guter Erinnerung wie die Kontakte zum Adenstedter Kirchenvorstand. Es macht Spaß,
engagierte Kirchengemeinden und Kirchenvorstände auf ihrem gemeinsamen Weg mit einem engagierten Pfarramt zu begleiten.
Aus Soßmar hat sich Herr Gerhard Hummer bereiterklärt, für die Landessynode zu kandidieren. Dafür vielen Dank.
Die Region Hohenhameln kam mir auch durch Visitationen nahe: im Juni in Mehrum und Equord und zur Zeit - sich dem
Ende zuneigend - in Clauen; beides beeindruckende Beispiel dafür, wieviel für Kirche möglich ist in kleinen und überschaubaren
Einheiten, in denen von menschenzugewandten, fähigen Leuten kontinuierliche und klar profilierte kirchliche Arbeit
verantwortet wird.
In der Region Lahstedt/Lengede, zu der Adenstedt gehört, hat es im letzten Jahr weitere einschneidende Veränderungen
gegeben. Zum 31.12. ist Pastor Alexander Rose in den Ruhestand getreten. Er wohnt seitdem - wie übrigens Jürgen Rump
auch - nicht weit von hier im Bereich der Peiner Friedenskirchengemeinde. Die Pfarrstelle in Oberg konnten wir im Rahmen des
Stellenplanes nicht wiederbesetzen; die Vakanzvertretung organisiert Pastor Hanfried Brüggemann aus Münstedt, der
dafür anstatt einer halben Stelle nun eine dreiviertel Stelle wahrnimmt. Zu je einem Viertel ihrer Arbeitskraft helfen in
Oberg nun die Nachbarpastoren Burkhard Kindler aus Groß Lafferde und Norbert Paul aus Gadenstedt mit; das
alles wird begleitet und mitgetragen von einem aktiven, verantwortungsbewussten und sehr engagierten Kirchenvorstand,
dessen Mitglieder z.B. mithelfen beim Erteilen von Konfirmandenunterricht. Bruder Kindler dazu auch herzlichen Dank,
dass er seine gewonnene Erfahrung und Kompetenz auch überregional weiterhin zur Verfügung stellen will und für die Synode
kandidiert.
Im Lengeder Teil der Region ging nach über 36-jähriger Tätigkeit dort Pastor Hans Rachut zum 31.12. in den Ruhestand.
Im Oktober erkrankte er schwer, und der zum 1.11. mit einem halben Dienstauftrag für Lengede vorgesehene Pastor auf Probe
Christian Stäblein wurde, anstatt langsam von Hans Rachut an alles herangeführt zu werden, sozusagen massiv ins
kalte Wasser geworfen. Die Aufgabe für Pastor Berend Kleingeist und Christian Stäblein ist und bleibt, die Arbeit nun
angemessen auf eineinhalb Stellen zu verteilen; die Viertelstelle, die Herr Stäblein zur Mitarbeit im Kirchenkreis sozusagen
als Geschenk der Landeskirche mitgebracht hat, haben wir bis auf weiteres für die Arbeit in dieser großen Kirchengemeinde
zur Verfügung gestellt. Aus gesundheitlichen Gründen werden wir Pastor Rachut nun erst am Himmelfahrtstage um 15 Uhr
offiziell verabschieden. Sollte das Wetter schön sein, spricht eigentlich nichts dagegen, daß die Straßen in unserem
Kirchenkreis, die nach Lengede führen, an diesem Tag ab mittags von Radfahrern verstopft sind, zumal es am Weißen Kreuz nun
endlich eine Ampel gibt, die das Queren der Bundesstraße 1 erleichtert.
Für die Peiner und Nordkreisler auf dem Weg nach Lengede liegt Dungelbeck. Gerade nach den guten Erfahrungen der
Visitation dort im Mai letzten Jahres habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich meinen Bericht auch über diese erfreuliche
Visitation immer noch nicht abgeliefert habe. Ich hoffe, im nächsten Jahr berichten zu können, daß die Berichte, deren
Abfassung immer wieder vom konkreten Tagesgeschehen an die Seite gedrängt wird, zeitnaher abgefasst wurden. Vorbildlich ist
in dieser Hinsicht ein Kollege aus dem Sprengel Hildesheim, der spätestens drei Monate nach Abschluss der Visitation mit
seinem Bericht im Kirchenvorstand der visitierten Gemeinde erscheint. Andere Kolleginnen und Kollegen sind mit ihren
Berichten über vier Jahre im Verzug. Ich hoffe, ich werde meinen zeitlichen Rhythmus nicht zu nahe am zweiten Extrem
einpendeln.
Doch zurück zu Dungelbeck; erwähnt werden soll noch zweierlei. Die Kirchengemeinde klärt zur Zeit auch mit
rechtlichen Schritten, ob die Konditionen, die Kirchengemeinden beim Verkauf von Land aus der Dotation Pfarre als Bauland
erhalten (10 Prozent dürfen nach dem Kauf gleichwertigen Ackerlandes "behalten" und vor Ort verwandt werden), nicht
verbesserungswürdig und verbesserungsbedürftig sind. Zum anderen bin ich Herrn Karl-Wilhelm Schubert dankbar, dass er
bereit ist, für die Synode zu kandidieren. Ansonsten kann man von dieser Kirchengemeinde - wie von vielen anderen übrigens
auch - gut lernen, wie man zum einen im dörflichen Kontext Traditionen angemessen wahrt und dennoch - unter anderem über
die Arbeit mit Kindern - mit neuen Formen und Mitteln auch eine neue Klientel erreicht.
Apropos Arbeit mit Kindern: der Ausschuss des vorherigen Kirchenkreistages für diesen Arbeitsbereich hat eine sehr
gute und auch gut angenommene Arbeit im Bereich des Organisierens und Durchführens von Fortbildungsangeboten geleistet;
besonders hervorzuheben ist in diesem Rahmen die Begleitung, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer kirchlichen
Kindergärten durch das Engagement von Frau Pastorin Ulrike Kirschstein zuteil geworden ist. Es ist aus meiner Sicht
zu überlegen, ob im Bereich "Kindergarten" im Kostenumfang von 30.000 Mark jährlich nicht eine Viertelpfarrstelle aus
Mitteln der Kindergartenpauschale für Zwecke religionspädagogischer Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
dauerhaft finanziert werden könnte und sollte.
Einem Wechsel entgegen sieht die Nordregion. Nach über 11-jähriger Tätigkeit wird Pastor Volker Menke nach
Ungarn gehen. Darüber sind viele traurig. Die Stelle wird im nächsten Amtsblatt ausgeschrieben sein und soll durch Ernennung
besetzt werden. In der Nordregion war im Berichtszeitraum die Umsetzung des Stellerahmenplanes zu erarbeiten. Die Region
hat sich dazu in zwei Dienstbereiche aufgeteilt; zum einen Dienstbereich gehört neben Edemissen, Wipshausen und Rüper, zum
andern Eltze, Eickenrode, Ohof, Eddesse, Dedenhausen, Abbensen. Diakon Uwe Lege arbeitet in beiden Dienstbereichen.
Die konkrete Form der Zusammenarbeit ist mit - immer wenn nötig oder sinnvoll - auch meiner Beteiligung intensiv diskutiert
worden; es hat sich schließlich eine praktikable Lösung der anstehenden Zusammenarbeitsanforderungen finden lassen. Dafür
danke ich allen dort mit Beteiligten.
In der Stadtregion war der Weggang von Ehepaar Jobst Reller/Uta Federsen im Februar zu verkraften; Dr. Jobst
Reller nimmt seit Februar die kirchengeschichtliche Dozentur am Hermannsburger Missionsseminar wahr. Als erstes wechselte
Reinhard Kiparski in einem ordentlichen Ernennungsverfahren auf die erste Pfarrstelle und damit zugleich auf einen
vollen Dienstumfang. Im Stellenrahmenplan ist die halbe zweite Pfarrstelle nicht mehr vorgesehen; da aber in der Region
Nord und in der Region Ilsede je eine Viertelpfarrstelle, die der Stellenrahmenplan vorsieht, zur Zeit nicht sinnvoll
besetzt werden kann, haben wir uns im Kirchenkreisvorstand dazu entschlossen, in der Umsetzung des Stellenrahmenplanes als
Äquvalent für die nichtbesetzten beiden Viertelpfarrstellen die halbe Pfarrstelle in der Stadt noch eine Zeitlang zu halten.
Der ehemalige Stadtgemeindediakon Lutz Frerichs, im Stellenrahmenplan noch der Stadtregion zugerechnet, arbeitet und
wohnt dafür in der Region Ilsede in Ölsburg. Dadurch wird ab 1.1.2003 die im Stellenrahmenplan eingehaltene Obergrenze
unseres Kirchenkreises möglicherweise überschritten. Der KKV hat sich entschlossen, nachdem die betroffenen Kirchenvorstände
diese Regelung mittragen, die derzeitige Lösung (halbe Diakonenstelle in Ölsburg, halbe Pfarrstelle in der Stadt) noch bis
Mai 2004 aufrecht zu erhalten und die fehlenden Mittel falls nötig aus der Personalkostenrücklage zu finanzieren. Auf
dieser Basis konnte der Versuch unternommen werden, der dank günstiger Umstände auch erfolgreich verlaufen ist, die halbe
Pfarrstelle in der Friedensgemeinde für drei Jahre von einem Pastor/einer Pastorin auf Probe versehen zu lassen. Der langen
Rede kurzer Sinn: wir freuen uns, daß am vergangenen Sonntag Frau Pastorin Meike Riedel in der Friedenskirche
ordiniert werden konnte. Ihr "Kirchenkreisviertel" wird sie zum Teil in der Gemeindearbeit in der St.-Jakobi-Kirchengemeinde
einsetzen, um mich für meine Kirchenkreisaufgaben zu entlasten.
Nun geht die Stadtregion auf eine Zukunftskonferenz zu, die begleitet von Pastor Dr. Vasel Mitte August stattfinden
wird und bei der der Versuch unternommen wird, gemeinsam mit Menschen und Verantwortungsträgern aus Kultur, Öffentlichkeit
und Politik kirchliche Zukunft zu planen.
Ein weiterer Wechsel stand in der Region West an, mit der der Reigen in meinem Bericht ja auch begonnen wurde: in
Rosenthal und Schwicheldt ging Pastor Wolfram Neumann zu Anfang dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in
Ruhestand; es gelang, dass ab 1.2. Pastor Gerhard Krahn aus Bad Salzdetdfurth die pfarramtliche Arbeit übernahm, der
inzwischen auch ordentlich auf der Pfarrstelle dort eingeführt ist. In der Westregion fand im Herbst auch die Visitation in
St. Johannis statt.
Im Bereich der Region West an den berufsbildenden Schulen sein Hauptarbeitsgebiet hat Pastor Marko Stenzel, der uns
leider turnusgemäß nach Ablauf seiner Berufsschulzeit zum Schuljahrswechsel in Richtung Rolfhagen/Kathrinhagen verläßt, um
sich dort mit seiner Frau eine Pfarrstelle zu teilen. Es ist aufgrund von Sparvorgaben, denen die Bezirksregierung unterliegt,
noch nicht sicher, in welchem Umfang und wie genau sein Weggang kompensiert werden kann. Fehlen wird er uns in jedem Fall als
Kreisjugendpastor; in der Adventszeit konnte ich an einem von ihm und einem Team vorbereiteten Jugendgottesdienst in
Hohenhameln teilnehmen, der zum Thema "Handy" und "Erreichbarkeit" sehr anschaulich und jugendgemäß Evangelium deutlich
werden ließ. Dieser Gottesdienst war ein richtiges "Highlight", "daylight" und "nightlight" zugleich. "Fromm und fit", wie
dieser Gottesdienst ist überhaupt unsere Jugendarbeit auf Kreisebene; Herr Werner Zimmermann als Kreisjugendwart,
die Materialstelle mit Zivi und ABM-Kraft, Diakon Uwe Lege im Nordkreis und bald hoffentlich auch wieder ein aktiver
Jugendausschuss sind zusammen mit dem Kreisjugendkonvent auch im letzten Jahr auf gutem Weg gewesen. Ein wichtiger Aspekt
ist die Freizeitarbeit, die gerade für sozial benachteiligte Jugendliche und für solche, die mit Kirchen und Glauben
bisher eher wenig am Hut hatten, eine ganz wichtige Einrichtung ist. Ich bin dankbar, daß Oliver Bischoff,
Vorsitzender des Kirchenkreisjugendkonventes und als solcher berufenes Mitglied des KKT, bereit ist, für die Synode zu
kandidieren.
In der Region Ilsede ist das Experiment "Diakon in Ölsburg" und "Versorgung von außen durch Pastor Martin Blasig"
bisher sehr gut angelaufen. Sehr interessant war für mich in dieser Region auch die Visitation in Groß Ilsede im November.
Ein Highlight waren die "Ilseder Kirchengemeindetage" im September, bei denen ich an einer Podiumsdiskussion
mitwirken durfte.
In Klein Ilsede ist man dabei, das Projekt "teilfinanzierte Pfarrstelle" aus dem Erprobunsgstatus in feste vertragliche
Vereinbarungen von Dauer zu überführen; gemeinsam mit Klein Ilsede wollen wir versuchen, den Bau und die Finanzierung einer
größeren Gottesdienststätte durch die Landeskirche ermöglicht zu bekommen.
Außerhalb des Visitationsturnus hat uns als Kirchenkreisvorstand intensiv die Kirchengemeinde Groß Bülten beschäftigt; wie
kürzlich ja auch in beiden Lokalzeitungen zu lesen war, ist das Ergebnis eines langen Ringens gewesen, dass der Kirchenvorstand
als Träger und die leitende Mitarbeiterin des Kindergartens sich in einem gerichtlichen Vergleich auf für beide Seiten
akzeptable Modalitäten bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses geeinigt haben. Der Kirchenkreisvorstand war insofern mit
der Angelegenheit befasst, als er im Falle einer ordentlichen Kündigung zu dieser die Genehmigung zu erteilen oder zu
verweigern hat.
Ereignisse/Einrichtungen/Arbeit auf Kreisebene
Eine schwierige Geburt waren auch die Wahlen zur Mitarbeitervertretung. Die erste Wahl musste wiederholt werden, seit
Anfang dieses Jahres haben wir wieder eine ordentlich gewählte Mitarbeitervertretung (MAV). Denen, die in der Zwischenzeit das
Schiff auf Kurs gehalten haben als Wahlausschuss und kommissarische MAV, in alphabetischer Reihenfolge Frau Münter,
Frau Schurig und Frau Steffen, sei an dieser Stelle besonders herzlich gedankt. Die neue MAV hat ihre Arbeit
im neuen Büro am Walzwerk aufgenommen; der Vorsitzende, Herr Kühne, ist in vollem Umfang für diese Aufgabe
freigestellt, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nimmt er die Hilfe einer Bürokraft in Anspruch. Für diese Stelle
konnten wir nach kirchenkreisinterner Ausschreibung Frau Gabriela Menzel auswählen. Von seiten des KKV wünschen wir
uns eine Fortsetzung der auch atmosphärisch ausgeprochen guten Zusammenarbeit seit Anfang des Jahres. Es ist wichtig, dass
auch Kirchenvorstände rechtzeitig die MAV in Kenntnis setzen und einschalten - auch schon bei beabsichtigten Maßnahmen.
Auf Vorschlag der MAV hat der KKV am 18.04.2001 Frau Ingrid Urbschat zur Gleichstellungsbeauftragten als
Ansprechpartnerin für alle Dienststellen (Einrichtungen und Gemeinden im Kirchenkreis mit unter 20 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern) berufen. Frau Urbschat arbeitet seit 1.4. in der Superintendentur mit drei Wochenstunden zur Entlastung der
Ephoralsekretärin und hat so unkompliziert Gelegenheit, im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte
alle für sie wichtigen Vorgänge einzusehen. Als Gleichstellungsbeauftragte ist sie Mittwochs in der Zeit von 16 bis 17 in der
Superintendentur zu erreichen.
Unsere Kirchenkreiskonferenz bzw. der Konvent der Pastorinnen und Pastoren hat sich im Berichtzeitraum mit folgenden
Themen beschäftigt: Gespräch mit PAZ und Braunschweiger Zeitung (Mai), Klausurtagung in Loccum im Rahmen des Pastoralkollegs
unserer Landeskirche zum Thema "Praktische Theologie - Umschau und Auffrischung (26.-30.6.), Partnerschaft mit Südafrika
(13.9.) zusammen mit der Delegation aus Südafrika, Diakonie im Kirchenkreis (11.10.), Amtshandlungen (Konvent im November),
Austausch über wichtige Projekte im Kirchenkreis (Dezember), Arbeit mit Behinderten (Januar), Amt und allgemeines Priestertum
(Konvent Februar), Lektorenarbeit im Kirchenkreis (März). Nächstes Thema am Mittwoch, den 17.5., ist die Kreisfrauenarbeit;
hier haben sich die beiden Teams Alt-Peine und Alt-Ölsburg zum Team Nord und Team Süd zusammengefunden und gestalten immer
mehr auch gemeinsam. Zum Team Süd gehören Frau Blasig, Frau Kelm, Frau Miehe und Frau Rahn, zum Team Nord Frau Klöpper,
Frau Könemann und Frau Schwäbe. Die Vorbereitung der Kirchenkreiskonferenzen liegt in der Hand eines bewährten Teams,
zu dem außer mir Diakon Lege, Kantor Pannes, Pastorin Ingrid Sobottka-Wermke, die Pastoren Bähr, Lechler, Schweda, sowie als
Gast Herr Rothermund gehören.
Im Bereich der sozialen Arbeit habe ich turnusgemäß gerade den Vorsitz in der Arbeitsgemeinschaft Sozialstation an
Frau Folta-Schlaugat abgegeben, dafür bin ich in Nachfolge von Herrn Dubbert Vorsitzender des Kuratoriums Peine des
Dorfhelferinnenwerkes. Im Rahmen dieses Kuratoriums ist die Zusammenarbeit mit den Landfrauen (Frau Reinecke und
Frau Hering) und dem Kreislandwirt (Herrn Lauenstein) sehr wichtig. "Seele des Geschäftes" ist unsere
Einsatzleiterin, Frau Ellen Fricke aus Voigtholz.
Nach der Anweisung "Suchet der Stadt Bestes" habe ich positiv auf die Bitte der Stadt Peine reagiert, bei einer
Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Leitbildes und darauf aufbauend eines neuen Marketingkonzeptes der Stadt Peine
mitzuwirken und habe dort die Unterarbeitsgruppe "Wohnen, Umwelt, Soziales" geleitet.
Heftig engagiert hat sich unser Kirchenkreis auch bei der Veranstaltungsreihe "für mehr Toleranz und gegen Gewalt";
Mit insgesamt 20.000 Mark sind Klosterkammer, Landeskirche und Kirchenkreis an der Finanzierung dieser Veranstaltungsreihe
beteiligt. Erfreulich hat sich in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit Schule und Politik gestaltet; unser
Einsatz hat sich, so möchte ich es vorsichtig formulieren, auf die Gesamtfinanzierung der Veranstaltungsreihe nicht negativ
ausgewirkt. Neben anderen haben wir bei der Großveranstaltung auf dem Marktplatz das Konfirmandenunterricht-Projekt der
Martin-Luther Kirchengemeinde Peine sowie die multinational-integrative Breakdancegruppe an St. Jakobi präsentieren können.
Unser nächstes Projekt in diesem Zusammenhang ist eine Ausstellung mit Arbeiten zum Thema im Forum, die am 10.12.
hochoffiziell eröffnet wird und Schüler und Jugendliche mit Verantwortlichen aus Öffentlichkeit und Politik ins Gespräch
bringen soll. Diese Veranstaltung tragen wir gemeinsam mit der Caritas und vor allem Amnesty International.
Zum sozialdiakonischen Engagement des Kirchenkreises gehören auch die Mitwirkung beim Gildetag, beim
Ökumenischen Gesprächskreis Handwerk und Kirche, und beim Gottesdienst zum 1. Mai, der dieses Jahr erstmals
ökumenisch gefeiert wurde.
Neben solchem eher projektbezogenen Engagement unterhält der Kirchenkreis ja auch Einrichtungen wie z. B. die
Suchtberatungsstelle und das Diakonische Werk. Für die Suchtberatungsstelle hat der Landkreis nach längeren
Verhandlungen im Zuge einer Budgetfinanzierung seinen Zuschuss erstmals für das Jahr 2001 um 50.000 Mark erhöht. Den hohen
Anmeldezahlen Rechnung tragend waren wir dadurch in der Lage, befristet Mittel für eine halbe Stelle zusätzlich
bereitzustellen. Dies reicht jedoch längst nicht aus, um den vorhandenen Bedarf zu befriedigen. Obwohl wir um die
finanziell angespannte Situation des Landkreises wissen, konnten wir nicht anders, als wie schon zum letzten Herbst in
diesem Frühjahr an den Landkreis mit dem Antrag heranzutreten, die Vorhaltung von nicht nur zweieinhalb, sondern insgesamt
drei Stellen mit zu ermöglichen. Zur Zeit arbeiten in der Beratungsstelle neben Herrn Baumann als Leiter und Frau
Bewig als bewährter Verwaltungsfachkraft mit je einer Dreiviertelstelle Frau Kurschus als Krankheitsvertretung
für Herrn Bühnemann und Frau Friedrich-Werner befristet bis zum 16.12.2002 (Ende des Sonderurlaubes von Frau
Hoffmann), zusätzlich bis Ende September noch Frau Duschanek-Voigt als Anerkennungspraktikantin. Sorgen macht
schon geraume Zeit die Unterbringung der Beratungsstelle in der Zehnerstraße; Wassereintritt bei starken Regenfällen von
außen ist nur eines der baulichen Probleme dieser gemieteten Räume.
Auch das Diakonische Werk (DW) hat - für ab April 2 Jahre auf einer halben Stelle - eine Anerkennungspraktikantin,
Frau Doris Salzmann; ansonsten arbeiten die bewährten Kräfte: Frau Rößler mit dem speziellen Schwerpunkt
Schwangerschaftskonfliktberatung, Frau Rösemann mit dem Schwerpunkt Kurenberatung und Besuchsdienstfortbildung,
Herr Greve als Geschäftsführer und nicht zu vergessen Frau Stützer als Verwaltungsfachkraft sowie unsere
Zivildienstleistenden, seit einiger Zeit mit Hilfe eines werbeaufkleberfinanzierten Dienstwagens, wie ihn auch der
Jugenddienst Peine-Nord hat. Durch Vorarbeiten des Diakonieausschusses konnten eine Geschäftsordnung des DW sowie
Dienstanweisungen für die einzelnen Mitarbeiter/innen erarbeitet und vom KKV verabschiedet werden (Sitzung vom 8.11.).
Ebenfalls unter Dach und Fach ist die Dienstanweisung für den Kirchenkreiskantor Christof Pannes. Er möge mir
verzeihen, dass er - als frisch berufenes Mitglied im Kirchenkreistag - an seinem heutigen Geburtstag nicht mehr Platz in
meinem Bericht einnimmt; aber dies hat auch den Grund, dass er zum Dezember dem Kirchenkreisvorstand einen ausführlichen
Bericht über seine Arbeit vorgelegt hat, den ich gerne als Unterabschnitt meines heutigen Berichtes dem Protokoll dieser
Sitzung beifügen möchte. Ich danke Herrn Pannes dafür, dass er unter der Rubrik "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" für die
Synode kandidiert. Während in vielen Fragen gleich der Superintendent als Feuerwehr in die Kirchenvorstände gerufen wird,
wenn es einmal brennt, entlastet mich Herr Pannes sehr dadurch, dass er bei musikalischen Bränden vorzüglich als
kommunikationsfördernder und begleitender Brandmeister tätig ist.
Doch zurück zur Diakonie: Dankbar bin ich für die zahlreichen Kontakte zu einzelnen Kirchenvorständen im Zusammenhang
mit unserer Anfrage, ob und wieviel aus Diakonie- oder anderen Mitteln zur Verfügung gestellt werden könne, um im Jahre 2002
noch einmal für ein Jahr die außerplanmäßig finanzierte halbe Sozialarbeiterinnenstelle im DW abzusichern. Die von uns
gesetzte Rückmeldefrist ist noch nicht abgelaufen; dennoch mag es im laufenden Verfahren als Ermutigung erlaubt sein, darauf
hinzuweisen, dass nicht wenige Kirchengemeinden im Rahmen ihrer Möglichkeiten, zum Teil nicht ganz in der erbetenen Höhe,
aber immerhin doch deutlich dazu beitragen wollen, diese Stelle noch ein weiteres Jahr zu erhalten. Der Kirchenkreisvorstand
wird sich nach Ablauf der Rückmeldefrist - zusammen mit dem dann ja existierenden Diakonieausschuß - überlegen müssen, ob
und wie er Möglichkeiten sieht, sich auch kirchenkreisseitig an diesem Projekt deutlich zu beteiligen.
In der Begleitung des Diakonischen Werkes hat sich im letzten Jahr ergeben, daß die Unterhaltung einer Filiale in
Groß Ilsede auf Dauer nicht zu empfehlen ist. Die Vorteile werden von den Nachteilen mehr als aufgewogen. Von daher hat
der KKV in seiner Sitzung vom 14.2.01 die Zusammenlegung in eine Geschäftsstelle grundsätzlich beschlossen. Nachdem dies auf
Initiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschehen war, wurden uns von verschiedener Seite gleich zwei Objekte
angeboten, in denen durch Zusammenführung von DW und Suchtberatung unter ein Dach alle angesprochenen Probleme gleichzeitig
gelöst werden konnten. Nach Entwicklung eines Raumbedarfprofiles und Anhörung der Fachberatung des DW sowie nach baufachlicher
Prüfung hat der KKV sich vorbehaltlich der landeskirchlichen Genehmigung auch der Finanzierung dazu entschlossen, das Haus
in der Bahnhofstraße 8, in dem derzeit das DW schon untergebracht ist, zu kaufen. Finanziert werden soll dies "Haus der Diakonie"
aus einer Mietablösezahlung der Landeskirche und aus der "Rücklage gemeinsame diakonische Projekte Alt KK Peine und Ölsburg";
für diese Rücklage hatte der KKT vor ziemlich genau einem Jahr beschlossen, diese bewußt nur maßvoll abzuschmelzen, "um in
den nächsten Jahren noch Bewegungsspielraum für mögliche größere Projekte zu haben". Wir haben uns im KKV nach reiflicher
Überlegung dazu entschlossen, dies nun als ein derartiges Projekt zu sehen, für das der Bewegungsspielraum zum Wohle des
Kirchenkreises erhalten bleiben sollte und haben beschlossen, diese Chance nicht vorbeigehen zu lassen, auch wenn in der
Rücklage danach nur noch maximal 50.000 Mark verbleiben werden. Wir waren aber der Meinung, daß gerade diese Rücklage
bestimmungsgemäß der Förderung der diakonischen Arbeit dienen soll und für diesen Zweck auch ausgegeben werden darf.
Wir sparen damit auf lange Sicht und gerade angesichts eines ab 2003 geänderten Zuweisungssystems erhebliche Kosten.
Zusammen mit den anderen freien Wohlfahrtsverbänden (AWO, Paritäten, DRK) und der Caritas hat sich unser Kirchenkreis als
Teil einer Arbeitsgemeinschaft beworben für die Übernahme der sozialpädagogischen Familienhilfe, die der Landkreis
ausgeschrieben hat. Diese arbeitsgemeinschaftliche Bewerbung ist für Peine auf diesem Sektor etwas sehr Neues und sicher
nicht zu denken ohne die gute Atmosphäre zwischen den beteiligten Verbänden, zu der wir das unsere nach Kräften beitragen.
Dafür wäre eine - drittfinanzierte - halbe Stelle von uns einzurichten. Es bleibt abzuwarten, ob der Landkreis unserer
Arbeitsgemeinschaft den Zuschlag erteilt oder nicht.
Ausblick
Über die weiteren finanziellen Perspektiven der kirchlichen Arbeit allgemein ist zur Zeit schwer etwas hinreichend Konkretes
zu sagen. Absehbar ist aber immerhin, dass ein nächster möglicher Planungszeitraum Einsparungen unter 10 Prozent fordern wird
und dies in einem Zeitraum von sechs Jahren. Dies erscheint relativ zu den bisherigen 10 Prozent in vier Jahren als eine
Milderung, gemessen an der ja derzeit schon sehr verkürzten Personaldecke ist es aber eine schwer vorstellbare Verschärfung
der derzeitigen Situation. Anstatt uns aber davon beschweren zu lassen, wollen wir lieber in den nächsten beiden Jahren die
Möglichkeiten der jetzigen Lage weiter fröhlich nutzen; möge dann das übernächste Jahr seine eigene Sorge haben.
Noch wichtiger als finanzielle Ausblicke sind für unsere kirchliche Arbeit meines Erachtens die Perspektiven, die uns der
Wochenspruch vom gestrigen Sonntag Kantate eröffnet: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder": das ist die
letzverbindliche Ermutigung zum fröhlichen Voranschreiten im Vertrauen darauf, dass Gott Mittel und Wege weiß. Nicht: "Habt
Angst, denn es wird alles immer enger werden", sondern: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder" soll unser
gemeinsamer Leitspruch sein. Mit Blick auf das letzte Jahr haben wir viel Grund zur Dankbarkeit, für treuen Dienst so
vieler, die mithelfen beim der barmherzigen und liebevollen Bezeugung des Evangeliums ebenso wie dafür, daß Wege sich
geebnet haben in Terrains, die lange Zeit als ungangbar erschienen. Gehilfe der Freude an den Wundern Gottes zu sein,
miteinzustimmen in das neue Lied: das ist unsere vornehmste Aufgabe als Christen, und das sollte und will auch ein
Superintendent nie aus den Augen verlieren. Gott segne bei dieser Hilfe zur Freude uns und die uns anvertraut sind.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
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