Buch und Büste zum 200. Geburtstag Philipp Spittas
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Foto: Lothar Veit |
(Juli 2001) Mit einer Festveranstaltung zum 200. Geburtstag würdigen die Peiner am Mittwoch, 1. August, eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten: Carl Johann Philipp Spitta, von 1853 bis 1859 Superintendent in Peine und Pastor an St. Jakobi. Einen Namen hat sich Spitta vor allem als Liederdichter gemacht, noch heute finden sich Lieder von ihm im Evangelischen Gesangbuch ("O komm, du Geist der Wahrheit"). Seine Liedersammlung "Psalter und Harfe" gilt als das bekannteste Erbauungsbuch des 19. Jahrhunderts.
Diese und andere Informationen finden sich nun auch in einer Festschrift mit dem Titel "Erinnerungen zum 200. Geburtstag", herausgegeben im Auftrag des Peiner Philipp-Spitta-Vereins von Martin Lechler, jetziger Pastor an St. Jakobi. Aus allen Orten, an denen Spitta gelebt und gewirkt hat, haben sich Autorinnen und Autoren gefunden und ein informatives und spannendes Bild seines Schaffens nachgezeichnet. Das Buch wird bei der Jubiläumsveranstaltung erstmals verkauft und ist danach für 14,50 Mark in allen Peiner Buchhandlungen erhältlich.
Zwiespältiges Verhältnis zu Peine
Zu Peine hatte Spitta ein höchst zwiespältiges Verhältnis - und die Peiner zu ihm. Denn in der Kleinstadt waren die Traditionen des "Freischießens" (das Peiner Schützenfest, das man unter keinen Umständen so nennen darf) längst wichtiger und beliebter als die kirchlichen Sitten. Spitta brachte die Abläufe des Festes unter Berufung auf die "Sabbathordnung" von 1822 und die Gottesdienstzeiten gehörig durcheinander und so die Bevölkerung gegen sich auf. Dabei wollte Spitta den Peinern durchaus "die Freude eines Volksfestes" gönnen, aber eben "in den Schranken der Gottesfurcht und gesetzlichen Ordnung".
Trotz dieser Episode, die das Erinnern an Philipp Spitta bis heute prägt, werden mittlerweile auch andere Errungenschaften mit seinem Namen in Verbindung gebracht. Es gibt in Peine nicht nur eine Spittastraße, sondern auch ein Philipp-Spitta-Seniorenzentrum in Trägerschaft des Spitta-Vereins, das Mitglied im Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche ist. Und in Kürze wird es auch noch eine eigens angefertigte Bronze-Büste geben - ein Geburtstagsgeschenk für den berühmten Theologen und Dichter.
Festprogramm zum 200. Geburtstag
Die Festveranstaltung am 1. August beginnt um 14 Uhr in der St. Jakobi-Kirche mit einem Gottesdienst, bei dem der ehemalige Superintendent Johannes Küllig die Festpredigt halten wird. Danach geht es gegen 15 Uhr im Innenhof des Spitta-Seniorenzentrums
mit einem Sommerfest weiter. "Manche fanden es unglücklich, dass wir das Fest an einem Mittwochnachmittag ausrichten", räumt Martin Lechler ein, "doch der Geburtstag fällt nun einmal auf diesen Tag." Hans-Hinrich Munzel, Vorsitzender des Philipp-Spitta-Vereins, führt als weiteren Grund an, dass die Bewohner des Seniorenzentrums unbedingt in die Feierlichkeiten einbezogen werden sollen.
Neben Grußworten und der Enthüllung der Büste wird es auch Musik vom Posaunenchor des Kirchenkreises Peine und Darbietungen der Volkstanzgruppe Münstedt geben. Zum Ausklang des Festes wird gegrillt. "Denjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen können, wird das Steak auf ihr Zimmer gebracht", ergänzt Munzel.
Großes Portrait des Dichters und Theologen
© Lothar Veit, 24. Juli 2001
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