Kirchenkreis schließt sich Adventskampagne an

Von Manfred Reichel

(November 2001) Je früher, desto besser, sagen sich manche Kaufhäuser, Supermärkte und Geschäfte. Lebkuchen, Lichterglanz, weihnachtliche Schaufensterdekoration schon zu Beginn des stillen Monats November. Gegen diese zeitliche Vorverlegung der Adventszeit zieht die hannoversche Landeskirche mit der Kampagne "Advent ist im Dezember" zu Felde, in die sich auch der Kirchenkreis Peine einreiht.

Zur Adventskampagne der hannoverschen Landeskirche Mit Faltblättern, Begleitheften und Plakaten hat sich mehr als die Hälfte der 40 Kirchengemeinden im Peiner Land eingedeckt. "Damit wollen wir zum Nachdenken über den Advent anregen, der in seinem Aussagekern wieder entdeckt werden muss", sagte Superintendent Dr. Wolf-Dietrich Köhler. Zunehmend gerieten Oktober und November in den Sog des Weihnachtsgeschäftes, obwohl Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Ewigkeitsonntag den November prägten.

Diesem "Verlust des zeitlichen Maßes", jedes Jahr einige Tage mehr Voradventszeit zum Verkaufen, müsse Einhalt geboten werden, forderte Köhler. Die zunehmende Kommerzialisierung der Adventszeit und des Weihnachtsfestes sei ohnehin "schlimm genug". Sie ersticke die Vorfreude. Die Adventszeit sei Vorbereitung auf die Ankunft Jesu und eine Zeit der "stillen Einkehr" wie in der Passionszeit, erläuterte er. Deshalb müssten die Menschen sich mehr Zeit für einander nehmen und der Besinnung größeren Raum geben.

Der Superintendent sagte, in Peine sei die Forderung der Kampagne "Alles hat seine Zeit - Advent ist im Dezember" weitgehend erfüllt. So gehe die Weihnachtsbeleuchtung erst nach dem Totensonntag (25. November) in Betrieb. Auch die weihnachtliche Präsentation der Innenstadt sei maßvoll, was im Zusammenhang stehe mit der "Struktur des kleinflächigen Einzelhandels".

Die Problematik der "vorverlegten Adventszeit" sieht der Vorsitzende des Werbe-Interessen-Ringes (WIR), Ludwig Knolle, für Peine nicht. Hier werde Rücksicht auf die stillen Wochen im November genommen. Zwei Gründe nennt der WIR-Vorsitzende, warum ein Teil der Weihnachtsgeschenke schon im November gekauft wird. Das hängt sowohl mit dem gesellschaftlichen Wandel als auch mit den Kundenwünschen zusammen, nach denen sich die Geschäfte richten müssten. Die Konsumenten könnten im November in Ruhe die Geschenke auswählen und sich auch fachkundig beraten lassen. Das sei im stressigen Vorweihnachtsgeschäft kaum möglich.

Im Übrigen lässt sich nach den Worten Knolles nicht immer ein scharfer Trennungsstrich zwischen Verbrauchs- und Weihnachtsartikel ziehen. So würden dekorative Lichtelemente gekauft, um mit Beginn der dunklen Jahrszeit daheim für eine Atmosphäre der "Stimmung und Geborgenheit" zu sorgen. Darüber hinaus gibt es auch Sortimente wie etwa eigenwilligen Christbaumschmuck, an die im Dezember nur noch schwer heranzukommen sei, weil sie weggegangen seien wie warme Semmeln.

© Peiner Allgemeine Zeitung, 09. November 2001

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