Wetteifern zwischen Sopran und Trompete

(Dezember 2000) Jens-Peter Enk enttäuscht sein Publikum nie. Stets studiert er mit kompetenten Musikern interessante Programme ein. Diesmal führte ein festliches Konzert mit Werken von Bach und Händel in die Adventszeit ein. Höhepunkt: Bachs Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen", eine Art Doppelkonzert für Sopran und Trompete. Heike Richter bewältigte mit Bravour die von Enk angeschlagenen schnellen Tempi und wetteiferte mit dem makellos blasenden Trompeter Thomas Beerbom in den höchsten Höhen.

Die Schönheit und das Edele des Soprans kam dann im Rezitativ erst richtig zur Geltung, und mit dem "Alleluja" legten die Solisten ein mitreißendes Konzertieren auf hohem Niveau hin.

Erstklassig auch Thomas Bilowitzki in Bachs E-Dur-Violinkonzert. Er spielte mit großem, ruhigem Ton, musizierte den ersten Satz recht schneidig und gab mit dem aufblühenden ersten Ton des langsamen Satzes ein Musterbeispiel seiner gestalterischen Fähigkeiten.

Ein Gewinn für den Abend auch Franz Reichetseder. Er sang drei Arien aus Händels Messias mit seinem kraftvollen und doch auch lyrischen Bass. Besonders gut in Erinnerung blieb "Warum denn rasen und toben die Heiden". Dazu tobte das Bachorchester an St. Pankratii, und es tobte mit erstaunlicher Präzision. Es hat weiter an Brillanz und Dichte gewonnen, die Streicher, die früher oft ein wenig metallisch klangen, werden immer fülliger und satter.

Vor der Kantate musizierte Eva-Birgit Harstick (Flöte), begleitet von Enk am Cembalo, Bachs Sonate in E-Dur. Ein mit Ausnahme des Siciliano etwas sprödes Stück, und gerade diesen Satz musizierte die Flötistin am wärmsten und empfindungsvollsten.

Kurzkritik: Bach und Händel frisch und munter. Ein Vergnügen.

Jürgen Dieckhoff, Ilsede-Solschen

© Peiner Allgemeine Zeitung, 3. Dezember 2000

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