"Rucksack der Erinnerungen"
(Dezember
2000) Gedanken zum Jahreswechsel von Dechant Konrad Sindermann.
"Mit dem Rucksack der Erinnerungen auf meinen Schultern und dem Stab der Hoffnung in den Händen trete ich auf die große Kreuzung der Zeitläufte am Ende des 20. Jahrhunderts." (Ezer Weizman, israelischer Präsident 1996 im Deutschen Bundestag)
Ein neues Jahr hat begonnen, 365 Tage liegen wie unbeschriebene Blätter vor uns, 365 mal wird es Morgen und beginnt ein neuer Tag. Im "Rucksack der Erinnerungen" tragen wir ein Guthaben an Erfahrungen und Fähigkeiten mit uns, um die Chancen anzugehen, die uns jeden Tag neu gegeben werden, - aber auch eine Schuldenlast ungelöster Probleme und kläglichen Versagens im persönlichen und gesellschaftlichen Leben, die wir nicht einfach hinter uns lassen können. Wir leben aus unserer Vergangenheit. Pessimisten sagen: Wir sind die Sklaven unserer Vergangenheit. Wir sind im dritten Jahrtausend die Erben des zweiten.
In den katholischen Gottesdiensten am Neujahrstag wird aus dem Brief an die Galater (4,4-7) verkündet: "Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seine Sohn,... damit wir die Sohnschaft erlangen... Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz... Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott." Ein ungeheuer befreiendes Wort am Anfang eines neuen Jahres. Wir sind als Söhne und Töchter mit einer Verheißung unterwegs, die uns mit Zuversicht, Selbstbewusstsein und Stolz über die Schwelle in das neue Jahr gehen läßt. Der Stab der Hoffnung in unseren Händen ist der Glaube, dass wir Töchter und Söhne Gottes sind, an dem wir uns festhalten können. Glaubende sind nicht Sklaven der Vergangenheit, sondern Erben einer Zukunft, die von Gott selbst herkommt.
Ich wünsche Ihnen ein "versöhntes" und darum auch erfülltes und frohes Jahr 2001!
Konrad Sindermann, Dechant
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