Weihnachten 2000 - der zweitausendste
Geburtstag
(Dezember
2000) Gedanken zu Weihnachten von Superintendent Dr.
Wolf-Dietrich Köhler.
Nun ist er da. Allerorten in Stadt und Landkreis wird er gefeiert: der zweitausendste Geburtstag. Die Teilnahmeqoten der Geburtstagsfeiern in den zahlreichen Gottesdiensten erreichen wie alljährlich Werte, von denen Vereine für ihre Jahreshauptversammlungen nur träumen.
Und Er steht im Mittelpunkt all dieser Feiern. Mal in der Erinnerung an seine ärmliche Geburt in Stall und Krippe, mal meditativ mit viel Musik und alttestamentlichen Verheißungen eines großen Friedensreiches. Oft auch in dem Bemühen, nun unsererseits für Frieden zu sorgen. Wenigstens Weihnachten!
Fest des
Friedens?!
Noch öfter als mit der "weißen Weihnacht" geht es mit dem Weihnachtsfrieden schief: Erwartungen werden nicht erfüllt, Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Das allerdings liegt nicht an Ihm. Er hat nicht gesagt, dass wir den Frieden schaffen sollen, er hat gesagt, daß er uns seinen Frieden gibt. An seinem Geburtstag will er gar nicht so sehr der Beschenkte sein. Er fällt ziemlich aus dem Rahmen des Üblichen, weil er eher uns beschenken will an seinem Fest.
Gottes Gegenwart als
Hauptgeschenk
Beschenken will er uns zuerst und vor allem mit seiner Gegenwart. So wie wir auch bei manchen Menschen allein schon, dass sie da sind, als angenehm und hilfreich empfinden, soll es mit seiner Gegenwart auch sein: angenehm und hilfreich will er uns begleiten - oft allerdings, wie wir in einem bekannten Weihnachtslied singen, still und unerkannt.
Sein Prinzip: Still
und unerkannt
Still und unerkannt: das ist sein Prinzip, zumindest solange, bis er wiederkommt. Still und unerkannt: das hat ihn schon damals geleitet und: gerettet. Nach Ägypten musste er fliehen, war dort Asylantenkind. Gott sei Dank gab es in Ägypten ein großzügiges Asylrecht, sonst gäb's heute wohl kein Weihnachten.
Dazu möchte ich Ihnen den Schluss eines neueren Krippenspieles, das ich im Internet gefunden habe, nicht vorenthalten (Seite: Göttinger Predigten im Internet, Krippenspiel). Dort heißt es als Schlusswort des Verkündigungsengels und sozusagen abschließende Wertung der Weihnachtsgeschichte:
Jesus als
Asylbewerber
"Hört ihr Leut und laßt euch sagen, unsre Uhr hat zwölf geschlagen, fünf nach zwölfe ist es schon, um Asyl fragt Gottes Sohn. Wandert in ein fernes Land, wird dort Ausländer genannt, ist sich dafür nicht zu schade, daß er Hohn und Spott ertrage, wächst auf als ein Flüchtlingskind, wie es heute viele sind. Hier bei uns sind viele Kinder, und aus aller Herren Länder wohnen welche in Baracken - andere nennen sie "Kanacken". Wenn ihr solche Reden hört, denkt an das, was Gott uns lehrt, der in seinem eig'nen Sohn Asylant gewesen schon. Hätt' Ägypten ihm verwehrt, das Asyl, das er begehrt, wäre heut' nicht heilige Nacht. Denkt daran, Leute, und habt Acht!"
In diesem und jedem Sinne besinnliche und fröhliche Weihnachten wünscht auch im Namen von Dechant Konrad Sindermann und Pastor Klaus Henze

Superintendent Dr. Wolf-Dietrich Köhler
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