Landesbühne Hannover gastiert mit "Godspell" in Edemissen
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(Februar 2002) Was passiert, wenn Jesus plötzlich auf eine Party geht? Damit beginnt das Musical "Godspell" heute Abend in der Aula des Schulzentrums Edemissen. Die Landesbühne Hannover führt die Deutsche Übersetzung des Stückes auf, das auf dem Matthäus-Evangelium basiert. Er trifft dort auf einsame und verwirrte junge Menschen, auf eitle, egoistische Einzelkämpfer, die sich nichts zu sagen haben. Auf Jesus wartet viel Arbeit. Schafft er es, mit seinen Gleichnissen die jungen Menschen zu überzeugen?
Die Darsteller leisten zweieinhalb Stunden Schwerstarbeit, singen insgesamt 16 Songs unterschiedlicher Musikstile von Gospel über Reggae und Chanson bis hin zum schmissigen Popsong. Dazu Tanz und viel Situationskomik. Die ist für diese auf modern getrimmte alte Leidensgeschichte Jesu auch nötig, die so noch nie aufgeführt wurde und auch für die Schauspieler sehr viele Interpretationen zulässt.
Peter Andreas Landerl spielt die Hauptrolle des Jesus. "Ich finde es spannend, die alten Lehren aus dem Evangelium auch in dieser Bibelsprache in diesem modernen Musical rüberzubringen. Das Stück zeigt auch deutlich, dass durch mehr Verständnis und Toleranz das tägliche Miteinander so einfach sein kann."
Für die Schauspieler ist auch der "psychosoziale Prozess" wichtig. In der amerikanischen Version ist Jesus den jungen Menschen schon bekannt. In der Deutschen Version lernen sie ihn erst kennen. "Das finde ich viel realer", sagt Frank Reiner Röbling. "Wir zeigen ihm anfangs den Vogel, sind skeptisch. Wenn Dir jemand auf der Straße begegnet und gibt sich für Jesus aus, wie würdest Du dann reagieren?" Außerdem sind alle Mitwirkenden, vom Tontechniker bis zum Regisseur, von der Musik begeistert.
Für Übersetzer Christian Gundlach, der die deutsche Version mit "Godspell"-Autor Stephen Schwartz erarbeitet hat, ist wichtig, "dass es um grundsätzliche Fragen der Menschheit geht und um die Orientierung. Wo gehöre ich hin? Was bedeutet mir der Glaube?". Gundlach musste die Songtexte alle umschreiben. "Aus Chorälen wurden singbare Texte auf Deutsch. Die wörtliche Übersetzung hätte wirklich keiner verstanden".
"Godspell" hat kein Happy End und endet mit der Kreuzigung. Doch so traurig ist das Musical nur am Ende. Um die Gleichnisse und Lehren möglichst flott unterzubringen, hat Regisseur Gerhard Weber sogar Elemente der TV-Show ""Wer wird Millionär?" eingebaut. Der Intendant der Landesbühne Hannover lässt das Stück in 40 niedersächsischen Kirchen aufführen. Der Vorverkauf lief so überwältigend, dass jetzt schon über Zusatztermine nachgedacht wird.
Dirk Plasberg, Edemissen
© Peiner Allgemeine Zeitung, 06. Februar 2002
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