Edemissen hat einen Besuchsdienst aufgebaut

Bereiten sich auf ihre Amtseinführung als Besuchsdienstkreis der Martin-Luther-Gemeinde Edemissen im Gottesdienst vor (von links): Hannelore Rumpf, Joachim Sinnhuber, Ellen Fricke, Pastor Detlef Lienau, Marlies Havekost, Roswitha Köhler und Ilse Baars.

Foto: Thomas Gasparini

(März 2002) Mitmachen ist besser als nur Zuschauen: Nach dieser Devise hat die Martin-Luther-Gemeinde Edemissen einen Besuchsdienst aufgebaut. Neun Ehrenamtliche um Pastor Detlef Lienau besuchen Senioren der Gemeinde zu Geburtstagen und suchen den Kontakt zu Neubürgern. Im Gottesdienst am Sonntag, 3. März, wird der Besuchsdienstkreis offiziell in sein Amt eingeführt.

"Die Idee ist bei einer Zukunftswerkstatt entstanden", sagt der Pastor. Die Gemeinde hatte eine Umfrage gestartet, was wünschenswert sei, und der Gedanke wurde aufgegriffen. Im Mai 2001 nahmen die Ehrenamtlichen ihre Arbeit auf, die Resonanz war positiv.

"Die Freude, die man gibt, kommt ins eigene Herz zurück", sagt Ellen Fricke. Marlies Havekost sieht es ähnlich, sie sieht eine Aufgabe darin, den Kontakt zu Menschen zu suchen und zu pflegen, ihnen Zeit zu schenken, Hilfe anzubieten "und etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit zu tun". "Aktiv sein als Gemeindemitglied", pflichtet Heike Seffers bei, Kirche dürfe nicht warten, dass die Menschen zu ihr komme, sondern Kirche müsse zu den Menschen gehen.

Neben Ellen Fricke, Marlies Havekost, Heike Seffers gehören Hannelore Rumpf, Roswitha Köhler, Ilse Baars, Christa Hacke, Amina Waalkes, Joachim Sinnhuber und Pastor Detlef Lienau dem Kreis an. Ehe sie ihren Dienst aufgenommen haben, wurden sie geschult, beispielsweise, wie sie sich "in den ersten Minuten an der Tür" richtig verhalten und wie sie auf die Menschen zugehen.

Regelmäßig bilden sich die Ehrenamtlichen fort und tauschen in Treffen ihre Erfahrungen aus. "Es ist wichtig, zuhören zu können." Das ist eine Erfahrung, die alle gemacht haben. Oft wird nur über "Gott und die Welt" gesprochen, manchmal gehen die Gespräche tiefer. Auf Wunsch beten die Besuchsdienst-Mitglieder mit den Menschen, die sie besuchen oder die Gespräche drehen sich um den Glauben. Wichtig: Nichts von dem, was dabei gesprochen wird, wird nach außen getragen. "Wir haben Schweigepflicht."

Besucht werden Senioren zum 75. Geburtstag, zum 80. Gebrtstag und danach regelmäßig jedes Jahr. Wann die Ehrenamtlichen sich auf den Weg machen, ist unterschiedlich. Manche gehen direkt zum Geburtstag, die anderen lieber einen Tag später, wenn die anderen Gratulanten schon wieder weg sind und Zeit bleibt für ein persönliches Gespräch. Neben Zeit und Aufmerksamkeit gibt's kleine Geschenke, ein paar Blumen oder etwas zu lesen. Und Ellen Fricke nimmt manchmal auch ihren Fotoapparat mit und schießt ein Erinnerungsfoto.

Bettina Stenftenagel, Edemissen

© Peiner Allgemeine Zeitung, 1. März 2002

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