Kunstvoller Andachtsraum in Peiner Seniorenheim

Foto: Henrik Bode

(März 2002) PEINE. Würdig eingeweiht wurde gestern der neue Andachtsraum des Peiner Seniorenwohnheims Fuhseblick. Zwölf apart gestaltete Quadratmeter, in denen Angehörige von verstorbenen Heimbewohnern Abschied nehmen können, bevor diese dem Bestatter überantwortet werden.

"Abschied statt Entsorgung", formulierte denn auch Pfarrer Herbert Kleineidam von der Peiner katholischen Gemeinde "Zu den Heiligen Engeln". Ihm war es vorbehalten, den Raum "für den Übergang auf der Wanderung zur ewigen Heimat" einzusegnen. So zurückhaltend die Einrichtung des Andachtsraums wirkt, auf etwas Kunst wollte die Heimleitung nicht verzichten. Vier Arbeiten der Hannoveraner Fotografin Petra Kaltenmorgen werten die Wände auf. Es handelt sich um bewusst schlicht gehaltene Aufnahmen heimischer Pflanzen: Vogelmiere und Veilchenblätter.

Kaltenbrunner hat sie auf Taschentücher gebettet und den Zustand der Welke mit konservierender Schärfe festgehalten. Statt flüchtiger Blüte wird die Substanz der Pflanzen sichtbar: das zierliche Blattgerippe, die reine Form. Parallelen zum Sterben sind deutlich, ohne sich aufzudrängen. Der Andachtsraum bezeuge, dass das Sterben nicht aus dem Fuhesblick verdrängt werde, so Heimleiterin Sylvia Papenberg, die auch eng mit der Peiner Hospizbewegung zusamenarbeitet. fa

© Braunschweiger Zeitung/Peiner Nachrichten, 15. März 2002

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